„Der andere Triathlon“

Svenja Jütte

Mit Zahlen hat Svenja Jütte schon immer gern hantiert. Da lag es nahe, zunächst eine Ausbildung als Bankkauffrau zu absolvieren. Dann saß sie da fein rausgeputzt und hat ihren Kunden Bankprodukte schmackhaft gemacht. „Bei mir stellte sich bald ein Gefühl der Ohnmacht ein, weil es immer nur ums verkaufen ging“, sagt Jütte heute. Sie hat sich umgeschaut und beim Projektträger Jülich beworben. Der suchte eine betriebswirtschaftliche Mitarbeiterin im Geschäftsbereich Neue Materialien und Chemie. „Ich hatte keine Vorstellung davon, was mich hier erwartet“, erinnert sie sich heute. „Aber es klang interessant: wissenschaftliche Projekte, die vom Bundesforschungsministerium gefördert werden, finanziell betreuen.“ Was es heißt, die Gelder von bis zu 70 Projekten gleichzeitig im Blick zu haben und die rechtlichen Voraussetzungen für eine öffentliche Förderung einzuhalten – das ahnte sie damals noch nicht. „Jedes Projekt, das wir im Auftrag des BMBF fördern, ist anders. Genau das macht die Arbeit so vielseitig. Und: In den uns gesetzten rechtlichen Rahmenbedingungen kann ich sehr selbstständig agieren.“

Die Projekte, die Svenja Jütte betreut, beschäftigen sich u. a. mit der Entwicklung von Lithium-Ionen-Batterien, einem zentralen Baustein für die Elektromobilität. „Ich prüfe beispielsweise, ob die beteiligten Forschungseinrichtungen und Unternehmen solvent sind, ob der Finanzierungsplan für die Projekte in sich schlüssig ist, ob die abgerufenen Mittel korrekt verwendet werden.“ Da spielen dann zahlreiche Vorgaben des Verwaltungs- und Haushaltsrechts eine Rolle. „Ein komplexes Geflecht, das jeden Tag neue Herausforderungen bringt“, resümiert Jütte.

Inzwischen arbeitet Svenja Jütte halbtags und kümmert sich die andere Hälfte des Tages um ihre Tochter. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird bei PtJ groß geschrieben“, sagt sie. „Das macht den Job hier noch einmal attraktiver.“ Und dann läuft Jütte gern kilometerweit durch den Stetternicher Forst. Das harte Training führte schon mehrfach zum Erfolg. So stand sie beispielsweise 2006 beim Bonner Rhein-Energie-Marathon auf dem Siegertreppchen. Das ist ihr ganz eigener Triathlon: Beruf, Familie und Sport.

Svenja Jütte, Geschäftsbereich Neue Materialien und Chemie